08.08 2026

Lehrreiche Großübung für die Feuerwehren

Abbruchreifes Haus war ideales Übungsobjekt

 „So ein Übungsobjekt bekommt man so schnell nicht wieder“ dachte sich Sebastian Hainz jun. als er von einem leerstehenden alten, kleinen Häuschen erfuhr, das abgerissen werden sollte. Aufgrund seiner Erfahrung als langjähriger erster Kommandant kamen im gleich mehrere Szenarien für einen Brand in den Sinn. Diese wurden im Juli im Rahmen einen Großübung zur Herausforderung für die Feuerwehren aus Neustadt, Mühlhausen und Geibenstetten.

Bei der „modular aufgebauten“ Einsatzübung mit fünf sogenannten „Lagen“, die jeweils von einem Schiedsrichter begleitet wurden, „ging es darum, während der Übung zu lernen“ betonte Hainz.

Am Dienstagabend um 19.05 Uhr wurde „ein Dachstuhlbrand aufgrund einer  Rauchentwicklung von einem Nachbar bei der Integrierten Leitstelle gemeldet. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte stellte es allerdings als Vollbrand mit vermutetem Schwarzpulver als Gefahrgut im Gebäude und einer vermisster Person heraus.

Nebelmaschine, Brandsimulator, abzischende Gasflaschen, Feuer in Feuerschale auf Garagendach sorgten für sehr realistische Situationen.

Martin Forstner, erster Kommandant der Feuerwehr Mühlhausen übernahm die Einsatzleitung und übertrag seinem zweiten Kommandanten Marco Lanzl die Einsatzabschnittsleitung West.

Mit einer zusätzlichen Wasserversorgung aus dem nahegelegenen Drahtweiher und dem Aufbau einer „Riegelstellung zur Absicherung des Nachbaranwesens“ wurde dieser dabei von der Feuerwehr Geibenstetten mit Kommandant Richard Groll unterstützt. Die Brandbekämpfung auf der Ostseite und das Durchsuchen des Erdgeschosses und Kellers war Aufgabe der Neustädter Feuerwehr unter der Leitung von erstem Kommandanten Jürgen Bucher.

Über die vorsorglich in Stellung gebrachte Neustädter Drehleiter musste schließlich ein Atemschutztrupp durch eine extra geschaffene Öffnung im Dach gerettet werden, da die Treppe im Haus zusammengebrochen war.

Plötzliche Verpuffungen, simuliert durch explodierende Knallkörper, Pyrotechnik in der Badewanne und zerspringende Fensterscheiben erschwerten den Atemschutztrupps im „vernebelten“ Gebäude die Suche nach dem Vermissten und das Löschen des Feuers.

Nach rund vierzig Minuten kamen dann von den Einsatzabschnittsleitern die Meldungen „Dachstuhl Feuer aus“, „Feuer Garage aus!“ „Gefahrgut geborgen“, „Haus und Garage abgesucht, keine weitere Feststellung“, „Person gerettet!“ „Feuer EG aus!“, „Wasserversorgung für Riegelstellung steht“.

Als Schiedsrichter hatten mehrere „externe“ hauptberufliche Feuerwehrler und Feuerwehrausbilder die Vorgehensweise der Führungs- und Einsatzkräfte sehr genau beobachtet. In der Nachbetrachtung stellten sie so manche kritische Frage, wiesen auf Verbesserungsmöglichkeiten hin, zeigten sich aber mit dem Gesamtablauf sehr zufrieden.

Mit dieser Einsatzübung wurde das Ziel von Sebastian Hainz jun. in jedem Fall erreicht: „Meine Feuerwehrkameraden sollten in einer etwas größeren Übung mit einem Brandfall konfrontiert werden, der es erforderlich macht, in verschiedenen Einsatzabschnitten vorzugehen. Die „externen“ hauptberuflichen Feuerwehr-Schiedsrichter sollten die Teilnehmer in den richtigen Tätigkeiten und Handlungsweisen ausbilden und so einen Lernerfolg zu erzielen.“

Bericht: Josef Kastl


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