Die „Apfelschüler“ sind den Grundschülern ein halbes Jahr voraus
Seit einigen Jahren betreibt der Obst- und Gartenbauverein eine „Apfelschule“ auf dem Gelände seiner Streuobstwiese am Herrenholz. Auch heuer begann für die kleinen Apfelbäumchen dort ein halbes Jahr früher „der Ernst des Lebens“ als für ihre Besitzer, den Vorschulkindern.
Naturbedingt findet die „Einschulung“ und der „Klassenwechsel“ der Bäumchen in der Apfelschule bereits im Frühjahr statt. Anfang Mai luden die OGV-Jugendbetreuerinnen 19 „Vorschulkinder“ des Kindergartens St. Franziskus, des Waldkindergartens „die Waldpiraten“ und vom Naturkindergarten Irnsing an die Streuobstwiese ein.

Unter der Anleitung von Sabine Zott, Anja Reitmeier und Alexandra Prücklmeier erforschten die Kleinen einen Apfel mit allen Sinnen.
Anschließend bekamen sie Apfelbaumsetzlinge, sogenannte „Unterlagen“ überreicht, die sie in Kübel pflanzten und mit einem Namenschild kennzeichneten.
Damit wurden diese in die erste Klasse der „Apfelbaum-Schule“ aufgenommen.
Am darauffolgenden Vormittag trafen sich die Grundschulkinder der jetzigen ersten Klasse, um den Wechsel ihrer Bäumchen in die nächste Klasse zu vollziehen.
Nach einer kurzen Einweisung in das Veredeln setzten sie unter Anleitung eines Baumwartes den schrägen Schnitt und versuchten Veredelungszweige anzubinden und schickten damit ihre Bäumchen in die zweite Apfelschul-Klasse.
Bei strahlendem Sonnenschein kamen schließlich am Nachmittag die Zweitklässler zu ihren Bäumchen.
Sie lernten alles über die Pflege des Obstbaumes. Ausgerüstet mit Säge, Gartenschere und Gartenharken wurde der Pflanzkübel von Unkraut befreit und die heranwachsenden Bäumchen mit einem „Erziehungsschnitt“ fit für die dritte „Baumschul-Klasse“ gemacht.
Nach einem weiteren Pflegejahr in der vierten Klasse dürfen sich die Kinder am Ende ihrer Grundschulzeit auf einen „fertigen, jungen“ Apfelbaum freuen, den sie mit nach Hause bekommen und im eigenen Garten einpflanzen können.
Bei den Aktionen kamen mit Basteln eines kleinen Fingerspiels mit einem gefräßigem Wurm im Apfel oder einer Ohrwümerbehausung aus Tontöpfen und Stroh Spiel, Spaß und Unterhaltung nicht zu kurz.
Darüber hinaus setzten die kleinen Gärtner mit der Neu-Gestaltung des sogenannten Jahrhundertstangerls mit bunt bemalten Blumen und Schmetterlingen und dessen Aufstellen auf der Streuobstwiese neben dem Radweg einen „Hingucker“ am Ortseingang von Mühlhausen.
Nachdem überall die Maibäume bereits aufgestellt wurden, hat auch der OGV Mühlhausen – Geibenstetten sein Jahrhundertstangerl auf der Streuobstwiese am westlichen Ortsausgang neben dem Radweg Richtung Neustadt aufgestellt.
Die Vorarbeiten liefen bereits im letzten September, als die Mädchen und Buben die Schmetterlinge und Blüten im Rahmen des Kindererntefestes neu bemalten. Im Spätwinter wurde der junge Baum von Georg Schmal im eigenen Wald geschlagen, entrindet und von Alexandra Prücklmeier und Sabine Zott in den Farben Weiß Grün bemalt.
Unter Anleitung von Georg Graf und Georg Kattner ließen es sich die Mädchen und Jungs nicht nehmen, „ihren“ Maibaum zur Streuobstwiese zu tragen und aufzustellen.
Innerhalb weniger Minuten stand das Jahrhundertstangerl unter dem Applaus der Zuschauer. Natürlich gab´s eine Brotzeit – wie´s sich gehört. Früh übt sich, wer später mal den großen Maibaum aufstellen will.
Bericht: Josef Kastl
Bilder: Obst- und Gartenbauverein
