31.07 2026

Außenrenovierung Pfarrkirche St. Vitus hat begonnen

93 Jahre nach der Einweihung sind umfangreiche Arbeiten erforderlich

Eigentlich wollte die Kirchenverwaltung eine Innensanierung ihrer Pfarrkirche St. Vitus durchführen, aber bei einer Begehung durch den Diözesanarchitekten wurden Mängel am Gebäude festgestellt. Nach rund zwei Jahren Vorarbeit wurde in den letzten Wochen das Gerüste aufgebaut und die aufwändigen Arbeiten an Turm, Dach und Fassade können beginnen.

Anlass war die Feststellung des Diözesanarchitekten im Februar 2024: „Die Pfarrkirche St. Vitus wurde letztmals vor mehr als 40 Jahren außen renoviert. Der bauliche Zustand weist mittlerweile eine Vielzahl von Unzulänglichkeiten auf, die behoben werden sollten, um größere Schädigungen zu vermeiden. Im Besonderen sind die bauzeitlichen Dachdeckungen (90 Jahre!) am Ende ihrer Haltbarkeit angelangt. Aus diesem Grund sollte im Vorgriff einer angedachten Innenrenovierung zunächst das Gebäudeäußere instandgesetzt werden. Die Notwendigkeit zur Durchführung einer Baumaßnahme ist gegeben.“

Gemeinsam mit dem Architekturbüro „BS Architekten GmbH“ aus Kelheim wurden die voraussichtlichen Projektkosten ermittelt. Im Dezember 2025 konnte das Bauvorhaben „Außensanierung Pfarrkirche St. Vitus in Mühlhausen“ mit einer Gesamtsumme von rund 930.000 Euro beim Bistum in Regensburg angemeldet werden. Nach Vorliegen der  baufachlichen und stiftungsaufsichtlichen Genehmigung wurden die entsprechenden Gewerke ausgeschrieben und vergeben.

Eine der größten Maßnahmen sind die Erneuerung der Dacheindeckung mit den entsprechenden Spenglerarbeiten und Ertüchtigung der Blitzschutzeinrichtung. An der Fassade werden Putzschäden und Risse ausgebessert und der Anstrich erneuert. Sämtliche An- und Einbauten am Turm werden auf den aktuellen Stand gebracht, wie z.B. die  Schallläden an den Öffnungen der Glockenstube, Ziffernblätter und Zeiger der Turmuhr. Die Verglasungen der kleinen Turmfenster werden repariert und das Sakristeifenster erneuert. Der Turmaufstieg wird sicherer gemacht und die Beleuchtung den aktuellen technischen Vorgaben angepasst.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 930.00 Euro. Neben den erwarteten Zuschüssen der Diözese Regensburg und der Stadt Neustadt a.d. Donau sind erhebliche Eigenmittel durch die Kath. Kirchenverwaltung Mühlhausen aufzubringen.

„Damit wir aber den laufenden Unterhalt unseres Gotteshauses weiterhin sicherstellen und eine, ebenfalls dringend anstehende, Innenrenovierung in den nächsten Jahren in Angriff nehmen können, sind wir auf Ihre Solidarität und Mithilfe sehr angewiesen.“ bitten Pfarrer Thomas Stummer, Verwaltungsleitung Frau Michna-Hasse, Kirchenpfleger Josef Kastl und Pfarrgemeinderatssprecherin Maria Hainz in einem  Extra Pfarrbrief um finanzielle Unterstützung.

Neben einer Spende auf das Konto der Katholischen Kirchenstiftung Mühlhausen bietet der Pfarrgemeinderat auch Original-Dachziegel aus dem Jahr 1932 an, die von den Ministranten, der Neustädter Pfarrjugend und dem Pfarrgemeinderat kunstvoll gestaltet und mit Hauswurzen bepflanzt wurden. Am Eingang des Pfarrheims in Mühlhausen können diese jederzeit aus einem Regal entnommen werden. Außerdem werden diese bei diversen Veranstaltungen der Pfarrei  angeboten. (ejk)

 

Warum hat Mühlhausen so eine „junge“ Pfarrkirche?

An die ehemalige Pfarrkirche aus dem 13. Jahrhundert, erstmals urkundlich im Jahre 1252 erwähnt, erinnert nur noch der „Alte Turm“ an der Geibenstettener Straße. Die Kirche wurde 1948 abgebrochen, der barocke Turmaufbau aus 1600 im Jahr 1965 abgetragen und ein Zeltdach aufgesetzt.

Bereits 1912 befassten sich die Mühlhausener Bürger ernsthaft mit dem Bau einer neuen Kirche, denn „die gegenwärtige Pfarrkirche, in sumpfigem Terrain gelegen, ist äußerst ruinös, feucht, sehr beschränkt, vollkommen ungenügend und ungeziemend. Eine Erweiterung der Pfarrkirche auf diesem höchst sumpfigen, ungünstigen, von Dorf und Pfarrhof abgelegenen Platze wäre auch nach Sachverständigengutachten überaus kostspielig.“

Nach dem Baubeginn im April 1932 am südlichen, höher gelegenen Ortsrand, der Grundsteinlegung im Juni, der Glockenweihe im Juli und einem zügigen Weiterbau erfolgte die Weihe durch Bischof Michael Buchberger im April 1933.

 

Bericht: Josef Kastl


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