14 Böllergruppen aus dem Schützengau Hallertau gratulierten Mühlhausener Kameraden
Seit 25 Jahren ist mehrmals im Jahr im Dorf das lautstarke Krachen der Böller zu hören, am Neujahrstag, zu festlichen Anlässen und „runden“ Geburtstagen. So laut wie bei ihrer Jubiläumsfeier am vergangenen Samstag dürfte es aber in Mühlhausen noch nicht gekracht haben.
Als Untergruppe des Schützenvereins haben sich zwölf Mitglieder im Jahr 2001 ihre eigenen Handböller gebaut und die Fachkunde und Lizenz erworben, damit umzugehen.
Zunächst standen am Nachmittag die Böller im Mittelpunkt. In der „Schützenpergola“ am Sportgelände des Stockclubs begrüßten erster Schützenmeister Markus Schmauser und erster Gauschützenmeister Max Holzmayr 84 Böllerschützinnen und -schützen aus dem Schützengau Hallertau zum 22. Hallertauer Gauböllertreffen.
Für sie ist es eine besondere Freude, aber auch eine Herausforderung, einmal im Jahr in etwas größerer Runde ihr lautstarkes Hobby auszuüben. Für einen ordnungsgemäßen und sicheren Ablauf sorgte Gauböllerreferent Reinhold Gammel mit der Bekanntgabe der „Spielregeln“ und des „Schussprogrammes“ bevor sich die durchwegs in bayerischer Tracht gekleideten Männer und Frauen auf dem Weg zum nahegelegenen Fußballplatz machten.
Ein echter „Hingucker“ waren die „Böllerschützen Abensberger Fähnlein“ von der „Königlich privilegierten Feuerschützengesellschaft Abensberg“ mit ihren historischen Uniformen.
Am Spielfeldrand stellten sich die Akteure in gleichmäßigem Abstand auf und warteten auf die Kommandos von Reinhold Gammel.
Nach „Laden – Verdämmen – Fertigladen – Achtung“ gab er mit seiner Fahne das Zeichen zum Abdrücken. Höchste Konzentration war gefragt, um den Einsatz beim „Langsamen Reihenfeuer“, „Schnellen Reihenfeuer“, „Doppelschlag“ oder „Rottenfeuer“ nicht zu verpassen.
Besonders beim gemeinsamen Salut war es wichtig, dass alle 84 Handböller exakt zum gleichen Zeitpunkt ausgelöst wurden.
Bei der abschließenden Manöverkritik zeigte sich Gauböllerreferent Reinhold Gammel damit mehr als zufrieden: „Der Salut, den wir heute geschossen haben, war sehenswert, es geht kaum besser“. Mit einem gemeinsamen kräftigen „Schützen Heil – Schützen Dank“ endete das Schießen der Handböller.
Einige Vereine hatten zusätzlich „echte“ Kanonen und Standböller mit dabei, die jeweils drei Schuss absolvierten.
Schützenmeister Wolfgang Brich von der „Schützengesellschaft St. Hubertus Pürkwang“ präsentierte stolz sein Geschütz aus dem Jahr 1880.
Bürgermeister Thomas Memmel durfte auch durch das Ziehen an einer lange Leine einen „echten Kanonenschlag“ auslösen. Passend dazu sprach er in seiner Begrüßung von „Tradition heißt – nicht die Asche bewahren, sondern das Feuer weitergeben – Tradition, die zum bayerischen Lebensgefühl dazugehört.“
Abschließend überreichte erster Gauschützenmeister Max Holzmayr den beiden ehemaligen Schussmeistern Franz Moser und Gerhard Hohenstatter jun. ein Gaugrügerl für ihre Verdienste beim Aufbau der Mühlhausener Böllergruppe.
„Für besondere Verdienste um das Böllerschießen und die Aufrechterhaltung der Schützentradition“ ehrten Gau-Ehrungsreferent Josef Kammerer und Bezirksböllerreferent von Niederbayern Gottfried Schmieder die Gründungsmitglieder der Mühlhausener Böllergruppe mit dem „Böllerabzeichen des Schützengaus Hallertau in Silber“.
Reinhold Gammel dankte dem Schützenverein Mühlhausen für das Ausrichten und lud zum Gauböllertreffen im nächsten Jahr nach Aiglsbach ein.
Erster Schussmeister Markus Schmauser leitete nahtlos über zum gemütlichen Abend anlässlich des 120-jährigen Jubiläums des Schützenvereins.
Im Mittelpunkt stand die Ehrung von 41 Mitgliedern, die 50 bis 69 Jahre dem Verein treu geblieben sind.
Zusammen mit der zweiten Vorsitzenden Maria Hainz brachte Markus Schmauser zum Ausdruck: „So viele Jahre Mitglied sein, bedeutet ned bloß dabei sei, des bedeutet Gemeinschaft, Zusammenhalt und Unterstützung im Vereinsleben. Durch eure Treue und unermüdlichen Einsatz lebt unser Verein.“
Mit 45 Jahre Vereinszugehörigkeit, davon 21 Jahre als erster und 9 Jahre als zweiter Vorstand trifft dies wohl am meisten auf Dirk Neitzert zu. Dieses außergewöhnliche Engagement würdigten Schmauser und Hainz mit der Ernennung zum dritten Ehrenmitglied des Vereins.
Bericht: Josef Kastl


