Edgar Maier hielt einer Generation den jugendlichen Spiegel vor
Nicht nur „ältere“ Einwohner aus Mühlhausen und Geibenstetten wollten in die „Schöne Zeit“ vor 50 bis 60 Jahre zurückschauen. Auch viele jüngere Gäste nutzten die Gelegenheit, mehr über die Geschichte ihrer Heimat bei einem kurzweiligen Abend in der Bücherei zu erfahren.
Edgar Maier hat Fotos und Super-8-Filme aus den Jahren 1964 bis 1974 vom damaligen Pfarrer Georg Necker digitalisiert. Auch wenn er erst im Jahre 1973 ein Mühlhausener Bürger wurde, „integrierte“ er sich sehr schnell als Lehrer, Pfarrgemeinderatsvorsitzender und Chorleiter und fand sich sehr schnell zurecht in der Bildervielfalt und den Filmen von Georg Necker.
Er kannte die „jungen“ Mühlhausener und Geibenstettener vor 50 und 60 Jahren und so war es im ein Leichtes, den heutigen Senioren ihre Jugend bildlich wieder vor Augen zu führen. Da war so manches Raunen zu hören oder spontane Erinnerungen wurden ausgesprochen wie „de Eigner-Schneiderin“ oder „des war da Gmoaschreiber“.
Die jüngeren Besucher staunten nicht schlecht, wie aktiv damals die Katholische Landjugend war mit ihrem Schlepper-Geschicklichkeitsturnier. Da wurde mit weißem Hemd und Krawatte der Traktor durch die Hindernisse gesteuert.
Ein interessantes Dokument der Zeitgeschichte ist ein Film, den Pfarrer Georg Necker ganz bewusst während einer Pause im letzten Schuljahr aufgenommen hat, bevor die Schule aufgrund der Schulreform im Juli 1972 geschlossen wurde und die Kinder zukünftig mit dem Bus nach Neustadt zur Schule mussten.
Bei so manchem ehemaligen Lausbub kam die Erinnerung an den einen oder anderen Pausenhof-Streich wieder hoch. Die älteren Damen lächelten über die damalige Mode und die Frisuren „in der schönen Zeit…“.
Die Vereinsausflüge mit dem Bus boten damals die einzige Gelegenheit, für einen Tag mal ganz was Neues kennenzulernen. Mit Anzug und Krawatte und im eleganten Sommerkleid ging es da nach Berchtesgaden oder Salzburg.
„Ich glaube, Du hast heute viele Erinnerungen und auch viele emotionale Elemente in uns geweckt.“ bedankte sich die Leiterin der Bücherei Marianne Sieber bei Edgar Maier. Für sie ist eine Veranstaltung mit einem historischen, lokalem Inhalt einmal im Jahr fester Bestandteil ihres Bücherei-Jahresprogrammes.
Bericht: Josef Kastl