Eine neuer Straßenbelag für das anstehende Jubiläum
Bei der Bürgerversammlung war das Sport- und Schützenheim fast so voll wie bei den vergangenen Faschingsveranstaltungen. Zahlreiche Themen zwangen Bürgermeister Thomas Memmel zu „Überstunden“.
Neben den drei Bürgermeistern konnte der lokale Stadtrat Konrad Sigl weitere sechs seiner Stadtratskolleginnen und -kollegen und rund 75 interessierte Bürgerinnen und Bürger begrüßen.
In seinem rund eineinhalbstündigen Bericht über die gesellschaftlichen Entwicklungen, finanziellen Verhältnisse, Aktivitäten und Projekte in der Großgemeinde ging Bürgermeister Thomas Memmel auf zwei Themen, die konkret auch Mühlhausen betreffen, näher ein.
Natürlich wollten viele der Anwesenden wissen, wie die aktuelle Situation bezüglich des geplanten Kindergartens ist. Da musste Thomas Memmel zugeben, dass eine „Kopie“ der Pläne des Irnsinger Kindergartens aufgrund der unterschiedlichen Grundstücksverhältnisse nicht möglich ist. Im Laufe des Jahres werde aber die Planung für das „L“-förmige Gebäude zusammen mit dem Kindergartenpersonal erfolgen und „wenn sich alles so umsetzen lässt, wäre Mühlhausen ein Thema für nächstes Jahr“.
Genauso wie in anderen Ortsteilen soll der örtliche Friedhof umgestaltet werden. Nachdem ein Bereich für Urnengräber angelegt wurde, gibt es immer mehr „aufgelassene“ Gräber, die als kleine Rasenflächen mit Kies umgeben sind. Dieser erschwert auch den Zugang zu den Gräbern mit dem Rollator. Für Thomas Memmel „wäre es ein denkbarer Weg“, die kiesigen Wege durch Grasflächen zu ersetzen. Konrad Sigl bittet die Bürgerinnen und Bürger, sich mit dem zu beschäftigen und um eine Rückmeldung.
Bei einem „Straßendorf“ mit einer Ortsdurchfahrt von rund 1,5 km Länge und vielen Nebenstraßen ist es nicht verwunderlich, dass hierzu fünf „wunde“ Punkte aufgezeigt wurden.
Ein Opa fragt in Sorge für seine Enkel nach, ob ein entsprechendes Hinweisschild an der Bushaltestelle „auf gerader Strecke“ beim Feuerwehrgerätehaus die schnell fahrenden „Biogas-Gespanne“ zur Geschwindigkeitsreduzierung mahnen könnte. Laut Memmel und einem Polizisten unter den Gästen sind die Kennzeichnungen an den anhaltenden Schulbussen eindeutig. Er ist aber gerne bereit, in der Biogas-Saison entsprechende Kontrollen zu veranlassen.
Eine durchgängige Markierung entlang der Ortsdurchfahrt als Fortführung des Radweges von Siegenburg kommend würde er befürworten, allerdings hat die Behörde im Landratsamt dies kategorisch abgelehnt. Über den entsprechenden nächsten Bauabschnitt des Dorferneuerungsprojektes wird in den nächsten Monaten im Stadtrat beraten. Abgenutzte Mittelstreifen-Markierungen und abgesenkte Fahrbahnabschnitte versprach der Bürgermeister zeitnah ausbessern zu lassen.
Ein Dauerbrenner seit Jahren ist ein landwirtschaftlicher Weg am südlichen Ortsrand, der immer wieder „behelfsmäßig geflickt wurde“. Dem Argument von Hans Seidenschwand konnte der Bürgermeister nicht widersprechen, dass beim anstehenden 150-jährigen Jubiläum von Feuerwehr und Kriegerverein die Festdamen mit ihren hochhakigen Schuhen Schwierigkeiten bekommen könnten. Er versprach, das Straßenstück an der geplanten Festwiese entsprechend ausbessern zu lassen.
Auf Nachfrage eines Bürgers erläuterten Memmel und Sigl das Projekt „Wärmegewinnung aus der Raffinerie“, das aber für Mühlhausen aufgrund der kleinen und weit gestreuten möglichen Verbraucher nicht interessant sei.
Einen im letzten Jahr umgestürzten Baum an der Allee beim Friedhof nahm ein Bürger zum Anlass, auch die anderen alten Bäume in Frage zu stellen. Da deren Standsicherheit regelmäßig überprüft wird, gebe es dazu aber keinen konkreten Anlass.
Bei Starkregenereignissen kann es an einem Graben zum Stau des Wassers und örtlicher Überflutung kommen, deren Ursache näher betrachtet werden soll, um eine Lösung zu erarbeiten.
Unmut gibt es auch über zwei große Werbetafeln, die den dörflichen Charakter des Dorfes beeinträchtigen. Eine mehrmalige Ablehnung durch den Bauausschuss, auch mit dem Hinweis auf das Projekt Dorferneuerung, konnte die Entscheidungsträger im Landratsamt Kelheim nicht von der Zustimmung abbringen.
Eine Frage, ob mit einer Hundesteuer das Problem mit den Hinterlassenschaften der Vierbeiner gelöst werden könnte, führte abschließend zu einer kontroversen Diskussion.
Text und Fotos: Josef Kastl